Der Maler Karl Winter


 

Es ist mir sehr wichtig, auf den Seiten dieser Homepage auch etwas zu und über den Mann zu sagen, dem ich so viel verdanke, so auch, dass ich heute hier meine Bilder präsentieren kann - meinen Vater, den Maler Karl Winter.      

Ich wuchs von frühester Kindheit an mit seiner Arbeit als freischaffender Kunstmaler auf. Er hatte sein Atelier zu hause und so war seine Malerei fester Bestandteil meines Alltages. Ich lernte es, Motive als solche zu erkennen, erfuhr viel über Farben und Farbenlehre, zum Beispiel, wie viel von der Farbe Rot im Grün des Laubes der Bäume vorkommt, daß selten eine Farbe allein vorhanden ist und begleitete ihn oft, wenn er im Freien unterwegs war, um zu skizzieren, oder neue Motive zu erkunden. Oft war er auch Tag für Tag mit dem zu malenden Bild selbst unterwegs, um die Arbeit direkt draußen am Motiv durchzuführen. Das war für ihn nicht immer ganz einfach, denn er hatte die Folgen einer Kinderlähmung in seiner Kindheit zu tragen, d.h. die Kraft seiner Beine war erheblich eingeschränkt. Trotzdem war er am liebsten mit seinem Fahrrad und der Leinwand auf dem Rücken unterwegs. Seine ganze künstlerische Liebe galt der Landschaft, die ihn umgab, damals in meiner Kindheit, die der Mark Brandenburg. Es fand soviel Wunderbares und Schönes in dieser kargen Landschaft mit ihrem Sandboden und den vielen Kiefern und verstand auch, dies in seiner Arbeit für jeden sichtbar und erlebbar zu machen. Später zogen wir in die Uckermark um. Auch hier schuf er viele große Arbeiten dieser einzigartigen Landschaft.

 

Bekannt oder berühmt wurde er offiziell in der damaligen DDR nicht. Zu kritisch stand er als "praktizierender" Christ dem Regime gegenüber. So wurde er von den damaligen Machthabern auch entsprechend misstrauisch beobachtet und bekam auch nicht die Gelegenheit, seine Arbeiten in Ausstellungen öffentlich zu präsentieren. Das war ihm aber auch nie sonderlich wichtig, den er hatte durch "Mund-zu-Mund-Propaganda" so viele Aufträge, daß es ihm nicht möglich war, eine größere Anzahl von Arbeiten vorrätig zu haben. Wichtiger waren ihm die Menschen um ihn herum, seine Familie, seine Freunde. Einer dieser langjährigen und für ihn sehr wertvollen Freunde ist Heinz Borowski, heute selbst Maler in Bayern. Er hat eine sehr schöne Homepage mit großer Bildergalerie und vielen interessanten Fotos.

 

Viele Bilder meines Vaters hängen heute in der ganzen Welt, ich weiß von Arbeiten in Südafrika, Kanada und Australien. Damals, in den Jahren meiner Kindheit, dachte ich noch nicht im Traum daran, einmal selbst "professionell" Bilder zu malen. Zu schön und großartig erschienen mir die Bilder meines Vaters, als dass andere Malerei daneben Bestand haben könnte. Aber wie er in seiner Arbeit über alles die Details. die Sonne und das Helle, Stille und Friedvolle liebte, (und dies auch meisterhaft darstellen konnte) so erschien mir auch die "andere Seite" der Natur, das Dunkle, Regen, Wind und Sturm, die Gewalt der Elemente, interessant und darstellenswert. Nicht das Ganze im Detail zu sehen, sondern das Detail durch die Darstellung des Ganzen sichtbar zu machen, erscheint mir interessant. So zu verstehen ist auch meine Arbeit, meine Art zu malen, durch die ich ständig Neues sehe und aufs Neue lerne zu sehen.

Ich habe einige Bilder meines Vaters, von denen ich noch Fotos besitze, (ohne daß ich weiß, wo diese Bilder heute hängen), in der Galerie unter dem Titel "Karl Winter" ausgestellt. Ebenfalls sind dort einige seiner hinterlassenen Skizzen zu sehen. Und ich denke, ich zeige auch einige wenige Fotos von ihm selbst. Eigentlich gibt es so viel zu sagen und zu erzählen über Karl Winter - meinen Vater, den Maler, den Mensch, den Freund, daß diese paar Zeilen in keiner Weise ausreichen, seinem Leben, seiner Arbeit und seiner Kunst gerecht zu werden. Sie mögen auch für all das Ungesagte stehen.

 Karl Winter starb nach langer Krankheit am 29.Juli 2007.